Kostenloser Web-Proxy: Was sicher ist – und warum wir FREEPROXY eingestellt haben

Hinweis in eigener Sache: Unter dieser Adresse lief bis 2024 unser eigener kostenloser Web-Proxy „FREEPROXY“. Diesen Dienst betreiben wir nicht mehr. Auf dieser Seite erklären wir, was ein Web-Proxy kann, warum die meisten kostenlosen Proxys ein Sicherheitsrisiko sind und welche sicheren Alternativen es gibt.

Was ein Web-Proxy macht – und was nicht

Ein Web-Proxy ist eine Webseite, in die Du eine Adresse eintippst; der Proxy ruft die Zielseite für Dich auf und zeigt sie Dir an. Die Zielseite sieht nur die IP-Adresse des Proxys. Das ist bequem, weil nichts installiert werden muss – es funktioniert in jedem Browser, auch am Smart-TV oder am Firmenrechner.

Was ein Web-Proxy nicht macht: Er verschlüsselt nicht den Datenverkehr Deines Geräts, sondern nur das, was Du im Proxy-Fenster aufrufst. Alle anderen Programme – Mail, Messenger, Apps – laufen weiter über Deine normale Verbindung. Und der Proxy-Betreiber sieht alles, was Du über ihn aufrufst, im Klartext: eingegebene Passwörter eingeschlossen.

Web-Proxy VPN
Schützt nur den Browser-Tab alle Programme auf dem Gerät
Verschlüsselung meist keine oder nur bis zum Proxy durchgehend bis zum VPN-Server
Installation keine App nötig
Anmeldungen (Login) sicher? nein – der Betreiber sieht Passwörter ja, bei seriösem Anbieter
Geeignet für einzelne Seiten ohne Login lesen alles, auch Streaming und Banking

Warum kostenlose Web-Proxys gefährlich sind

Wir haben über Jahre kostenlose Proxy-Listen beobachtet und selbst einen Web-Proxy betrieben. Drei Dinge haben wir dabei gelernt:

  1. Der Betreiber ist fast nie bekannt. Viele Proxy-Listen führen Server, die von Privatpersonen oder gehackten Rechnern stammen. Wer den Server kontrolliert, kann jede Seite verändern, die Du aufrufst.
  2. Werbung und Skripte werden eingeschleust. Kostenlose Proxys finanzieren sich, indem sie eigene Werbung, Tracker oder Kryptominer in die Seiten einbauen, die sie ausliefern.
  3. Zugangsdaten werden mitgelesen. Alles, was Du über einen Proxy in ein Formular eintippst, kann der Betreiber speichern. Sicherheitsforscher finden regelmäßig Proxy-Server, die genau dafür aufgesetzt wurden. Mehr dazu in unserem Beitrag Free-Proxy-Server als Werkzeug für Hacker.

Unser eigener FREEPROXY hatte diese Probleme nicht – aber er hat uns gezeigt, wie hoch der Aufwand ist, einen solchen Dienst sauber zu betreiben. Genau deshalb tun es seriöse Anbieter nicht kostenlos.

Sichere Alternativen zum kostenlosen Web-Proxy

1. Kostenloser VPN – für alles, was länger als einen Seitenaufruf dauert

Ein Gratis-VPN eines etablierten Anbieters schützt das ganze Gerät und ist in wenigen Minuten eingerichtet. ProtonVPN Free läuft ohne Datenlimit, PrivadoVPN und Windscribe geben 10 GB im Monat und lassen Dich den Standort wählen. Welche Gratis-Tarife wirklich taugen, steht in unserem Vergleich der kostenlosen VPN-Anbieter.

Alle kostenlosen VPN im Vergleich

2. Browser mit eingebautem Proxy – wenn es ohne Installation gehen muss

Der Opera-Browser bringt einen kostenlosen Proxy mit, den Opera „VPN“ nennt. Er schützt nur den Browser und lässt nur grobe Regionen wählen, ist aber von einem bekannten Unternehmen betrieben und verschlüsselt die Verbindung bis zum Opera-Server. Für das gelegentliche Lesen einer Seite aus dem Ausland ist das die einfachste saubere Lösung.

3. Tor-Browser – wenn Anonymität wichtiger ist als Geschwindigkeit

Der Tor-Browser leitet jede Anfrage über drei zufällige Server und ist kostenlos und quelloffen. Er ist langsam und manche Webseiten sperren Tor-Nutzer aus, aber niemand – auch kein einzelner Betreiber – sieht dabei, wer welche Seite aufruft. Für Recherchen, bei denen Deine Identität nicht mit der Seite verknüpft werden soll, ist Tor die richtige Wahl. Wie es sich im Vergleich zu einem VPN schlägt, haben wir hier getestet.

4. Für Telegram: unser MTProto-Proxy

Einen Proxy betreiben wir weiterhin – für den Messenger Telegram. Der Telegram-Proxy von VPNTESTER verschlüsselt die Verbindung zwischen App und Telegram-Servern und verbirgt vor Deinem Internetanbieter, dass Du Telegram nutzt. Er ist quelloffen (MTProto), kostenlos und mit einem Klick eingerichtet.

Wann ein Web-Proxy trotzdem reicht

Es gibt Fälle, in denen ein Proxy die passende Lösung ist – etwa wenn eine Nachrichtenseite im Firmen- oder Uni-Netz gesperrt ist und Du nur lesen willst. Dann gilt:

  • Nur Seiten aufrufen, auf denen Du Dich nicht anmeldest.
  • Nur Proxys nutzen, deren Betreiber ein Unternehmen mit Impressum ist – keine anonymen Listen.
  • Prüfen, ob die Verbindung zum Proxy verschlüsselt ist (Schloss-Symbol, https://).
  • Nach der Nutzung den Browser-Verlauf und die Cookies des Proxys löschen.

Häufige Fragen

Ist ein Web-Proxy dasselbe wie ein VPN?

Nein. Ein Proxy leitet einzelne Seitenaufrufe um, ein VPN verschlüsselt den gesamten Datenverkehr des Geräts. Für Sicherheit brauchst Du ein VPN, für einen schnellen Blick auf eine gesperrte Seite reicht ein Proxy.

Ist es legal, einen Web-Proxy zu nutzen?

Das Nutzen eines Proxys ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz legal. Nicht legal ist, was Du eventuell darüber tust – etwa urheberrechtlich geschützte Inhalte abrufen oder Sperren umgehen, die auf einer gesetzlichen Anordnung beruhen.

Warum gibt es FREEPROXY nicht mehr?

Der Betrieb eines offenen Web-Proxys bedeutet, für den Datenverkehr fremder Nutzer verantwortlich zu sein, und verursacht erhebliche Kosten für Bandbreite und Missbrauchsabwehr. Wir haben uns entschieden, unsere Zeit in Testberichte und Anleitungen zu stecken.

Welchen kostenlosen Proxy empfehlt Ihr?

Keinen aus den üblichen Listen. Wenn es ohne Installation sein muss: den Proxy im Opera-Browser. Wenn es sicher sein soll: ein Gratis-VPN von ProtonVPN, PrivadoVPN oder Windscribe.

 
PopUp VPN BG 7
Proton LOGO

ProtonVPN kostenlos verwenden!

ProtonVPN ist immer noch kostenlos und dauerhaft  nutzbar. Wir haben den Link zu diesem Angebot für Dich!

00days
:
00hours
:
00minutes
:
00seconds